E-Rechnung mit Peppol in Odoo
Was ist Peppol?
Österreichische E-Rechnung: Die rechtlichen Grundlagen
In Österreich gilt seit dem 1. Jänner 2014 eine E-Rechnungspflicht für den Geschäftsverkehr mit dem Bund (B2G). Das macht Österreich zu einem der Pioniere in der EU – lange bevor Deutschland 2025 folgte. Alle Unternehmen, die Leistungen an Bundesministerien, Behörden oder ausgelagerte Rechtsträger des Bundes erbringen, müssen ihre Rechnungen elektronisch einreichen.
Welche Formate akzeptiert der österreichische Bund?
Das ist entscheidend: Österreichische Bundesbehörden akzeptieren nur zwei Formate:
| Format | Typ | Verwendung | Status beim Bund |
|---|---|---|---|
| ebInterface | XML | National (Österreich) | ✅ Akzeptiert |
| Peppol BIS Billing 3.0 | XML (UBL) | International | ✅ Akzeptiert |
| XRechnung | XML | Deutschland | ❌ Abgelehnt |
| ZUGFeRD | PDF+XML | Deutschland | ❌ Abgelehnt |
| PDF per E-Mail | Allgemein | ❌ Keine E-Rechnung |
Wichtig: XRechnung und ZUGFeRD sind deutsche Standards und werden von österreichischen Bundesbehörden nicht akzeptiert. Wer an den österreichischen Bund liefert, muss ebInterface oder Peppol BIS verwenden.
B2G vs. B2B: Was gilt wann?
| Bereich | Status | Gültig seit |
|---|---|---|
| B2G (Bund) | ✅ Verpflichtend | 1. Jänner 2014 |
| B2G (Länder/Gemeinden) | Teilweise (variiert) | Unterschiedlich |
| B2B (Österreich) | ❌ Keine Pflicht | — |
| B2B EU (grenzüberschreitend) | ⏳ Geplant | Ab 1. Juli 2030 (ViDA) |
Die EU-ViDA Richtlinie: Was kommt 2030?
Die EU-Richtlinie „VAT in the Digital Age“ (ViDA) wurde im März 2025 verabschiedet. Sie führt ab 1. Juli 2030 eine E-Rechnungspflicht für innergemeinschaftliche (grenzüberschreitende) B2B-Lieferungen in der EU ein. Reine nationale B2B-Transaktionen innerhalb Österreichs sind davon vorerst nicht betroffen – es sei denn, Österreich beschließt eine nationale Pflicht.
Deutsche B2B-Pflicht: Relevant für österreichische Exporteure
Seit 1. Jänner 2025 müssen alle Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen empfangen können. Das betrifft auch österreichische Lieferanten an deutsche B2B-Kunden. Ab 2028 gilt in Deutschland die vollständige Sende- und Empfangspflicht für alle Unternehmen.
Die Vorteile von Peppol in Odoo
Kostenlos nutzen
Keine zusätzlichen Lizenzkosten, keine Transaktionsgebühren. In Odoo 16+ Community und Enterprise enthalten.
Sofort versandfertig
Rechnungen werden in Sekundenbruchteilen übermittelt. Keine Wartezeiten, keine Post-Laufzeiten.
Weltweit kompatibel
Sende E-Rechnungen in über 40 Länder – EU, EWR, Singapur, Australien und mehr.
Österreich-konform
Peppol BIS Billing 3.0 wird vom österreichischen Bund akzeptiert – für B2G-Rechnungen geeignet.
Vollautomatisch
Rechnungen werden direkt im ERP des Empfängers verbucht. Keine manuelle Erfassung mehr.
Hohe Sicherheit
Ende-zu-Ende verschlüsselt, digital signiert, manipulationssicher mit Empfangsnachweis.
Peppol in 5 Schritten einrichten
⏱️ Zeitaufwand: Ca. 10 Minuten | Voraussetzung: Odoo 16+ mit aktiviertem Abrechnungsmodul
Peppol-Modul installieren
Gehe zu Apps → Suchfeld und suche nach "Peppol". Installiere das Modul "Peppol E-Invoicing (EDI)".
Unternehmensdaten prüfen
Stelle sicher, dass unter Einstellungen → Unternehmen → Unternehmensdaten deine UID-Nummer (VAT), der korrekte Firmenname und die vollständige Adresse eingetragen sind.
Peppol in der Abrechnung aktivieren
Navigiere zu Abrechnung → Konfiguration → Einstellungen. Scrolle zu "Kundendaten" und aktiviere den Schalter "Elektronische Rechnungsstellung (Peppol)".
Registrierung abschließen
Klicke auf "Registrieren". Odoo verbindet sich automatisch mit dem Peppol-Netzwerk über den Access-Point von Odoo S.A. (kostenlos). Es ist keine separate Registrierung nötig.
Testen und live gehen
Erstelle eine Testrechnung an dich selbst. Sende sie über Peppol und prüfe, ob sie korrekt ankommt. Dann bist du ready für den Live-Betrieb.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist Peppol in Odoo wirklich kostenlos?
Ja, absolut. Peppol ist ab Odoo 16 in der Community- und Enterprise-Edition vollständig kostenlos enthalten. Es fallen keine Lizenzkosten, keine Transaktionsgebühren und keine versteckten Kosten an. Odoo betreibt einen eigenen Access-Point, den du automatisch nutzt.
Welche E-Rechnungsformate akzeptiert der österreichische Bund?
Der österreichische Bund akzeptiert ausschließlich ebInterface (der österreichische XML-Standard) und Peppol BIS Billing 3.0 (der europäische Standard). XRechnung, ZUGFeRD und andere Formate werden von österreichischen Bundesbehörden abgelehnt. Wer an den Bund liefert, muss eines dieser beiden Formate verwenden.
Gibt es in Österreich eine B2B-E-Rechnungspflicht?
Nein, in Österreich gibt es derzeit keine allgemeine B2B-E-Rechnungspflicht. Eine Pflicht besteht nur im B2G-Bereich (Geschäfte mit dem Bund) seit dem 1. Jänner 2014. Ab 1. Juli 2030 wird durch die EU-ViDA-Richtlinie eine Pflicht für innergemeinschaftliche (grenzüberschreitende) B2B-Lieferungen eingeführt. Reine nationale B2B-Geschäfte bleiben vorerst freiwillig.
Was ist der Unterschied zwischen ebInterface und Peppol BIS?
ebInterface ist der österreichische XML-Standard, entwickelt von der Wirtschaftskammer Österreich. Er wird primär für B2G-Rechnungen in Österreich verwendet. Peppol BIS ist der europäische Standard, der international anerkannt wird und für Unternehmen mit grenzüberschreitender Tätigkeit besser geeignet ist. Beide werden vom österreichischen Bund akzeptiert.
Seit wann gilt die E-Rechnungspflicht in Österreich?
Die E-Rechnungspflicht für Geschäfte mit dem Bund (B2G) gilt in Österreich seit dem 1. Jänner 2014. Österreich war damit eines der ersten EU-Länder mit einer solchen Pflicht. Seit über 10 Jahren müssen Lieferanten des Bundes ihre Rechnungen elektronisch einreichen.
Ist eine PDF-Rechnung per E-Mail eine gültige E-Rechnung?
Nein, eine PDF-Rechnung per E-Mail ist keine E-Rechnung im rechtlichen Sinne. Eine echte E-Rechnung muss in einem strukturierten, maschinenlesbaren Format vorliegen (XML), das automatisch verarbeitet werden kann. PDF ist lediglich ein digitales Bild einer Rechnung und erfüllt nicht die Anforderungen der österreichischen E-Rechnungsverordnung.
Fazit: Peppol in Odoo
Peppol in Odoo zu aktivieren ist eine Entscheidung, die sich sofort bezahlt macht: Keine Kosten, keine zusätzliche Software, maximale Kompatibilität mit österreichischem und internationalem Recht. Statt teurer Zusatzlösungen für hunderte Euro pro Monat bleibt das Geld in der Kasse.
Für österreichische Unternehmen ist besonders wichtig: Wer an den Bund liefert, muss seit 2014 E-Rechnungen nutzen. Mit Peppol BIS in Odoo bist du nicht nur für das B2G-Geschäft gerüstet, sondern auch für die grenzüberschreitende B2B-Pflicht, die 2030 kommt.
Die Einrichtung ist in 10 Minuten erledigt – und du profitierst von schnelleren Zahlungen, weniger Fehlern und automatischer Verbuchung.
Brauchst du Unterstützung?
Wir helfen dir bei der Einrichtung von Peppol in deinem Odoo-System. In einem kurzen 30-minütigen Call richten wir alles ein – oder wir übernehmen die komplette Konfiguration für dich.
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